Von funktionierenden Hunden

„Mein Hund soll nicht funktionieren! Mein Hund soll leben und Fehler machen dürfen!“ Letztens hab ich das irgendwo gelesen. 

Schön, Karen. Vermutlich hast du einen kleinen „Wauzi“, bei dem kaum auffällt, wenn er wie ein Irrer an der Leine zieht und sofort zum nächsten Hund abhaut, sobald er ohne Leine ist. Denn an der Leine pöbelt er. Ach, ohne Leine auch, aber egal. Der will ja nur spielen.

Ich habe leider oft das Gefühl, dass es nicht mehr so „cool“ ist, seinen Hund zu erziehen, denn es ist ja vermutlich auch mit Grenzen setzen und Arbeit verbunden. Grenzen setzen ist böse. Arbeit will sich sowieso niemand zusätzlich machen. Also geht man halt unter den Deckmantel der Aussage „Mein Hund darf noch Hund sein“ und tut so, als würde man die Bedürfnisse seines Hundes befriedigen, indem man ihn in einer Welt allein lässt, in der er schon lange nicht mehr nur Hund sein darf. 

Erziehung bedeutet Freiheit

Was dabei kaum jemand versteht, der so etwas sagt ist: Erziehung bedeutet Freiheit. In einer Gesellschaft, in der Hunde kaum mehr Jobs haben und nicht wissen, was sie noch ihrer Genetik nach tun dürfen, bieten ihnen klare Räume und Regeln die größtmögliche Sicherheit. Freilauf? Kein Problem, so lange du kein Wild jagst und zurückkommst, wenn ich es sage. Hundekontakt? Absolut kein Problem, sofern du dich an mir orientierst und vorher fragst, ob es okay ist. Oder aber du willst es nicht, dann gehen wir beide an fremden Hunden vorbei und ich garantiere dafür, dass du sicher bist. 

Erziehung ist anstrengend. Aber sie ist unabdingbar, will man einen Hund halten. Sie zwängt den Hund in kein Korsett, vielmehr lässt sie ihm die größtmöglichen Freiheiten, Hund zu sein. Und das nicht erst ab 20kg plus. 


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