In letzter Zeit muss ich darüber immer wieder nachdenken, weil es ich es selbst mitbekommen habe sowie aus Erzählungen anderer. Es geht unter anderem um Annahmen wie diese:
„Mein Hund soll keine schlechten Erfahrungen machen“, „Konflikte mit anderen Hunden möchte ich vermeiden“, „Am besten ist es doch, wenn sie zusammen spielen können. Warum spielen die denn nicht?“ In der Regel sind es Menschen, die noch nicht allzu lange in der Hundewelt unterwegs sind, die dann aus allen Wolken fallen, wenn der eigene junge Hund mal aus der Reihe fällt und dementsprechend von einem anderen Hund korrigiert wird oder aber bemerkt wird, dass nicht jeder Hund Spiel im Sinn hat.
Natürlich ist das ein Gedanke, den ich irgendwo nachvollziehen kann. Auch ich möchte nicht, dass Rupa etwas passiert und nach dem echten Beißvorfall habe ich mir auch Sorgen gemacht, ob sie nun von nun vorsichtiger im Umgang mit Fremdhunden sein könnte (ist sie zum Glück nicht).
Ein bisschen mehr Hundebrille
Es geht mir hier aber um etwas ganz anderes, um etwas ganz Normales. Hunde MÜSSEN im Sozialkontakt mit anderen Hunden lernen, was geht und was nicht. Insbesondere junge Hunde suchen noch ihre Grenzen, müssen diese austesten dürfen und vor allem lernen, wie man auch Konflikte angemessen löst. Tut man all das nicht und lässt seine rosa rote Brille an, dann hat man – wenn es richtig mies läuft – am Ende einen unsouveränen, unsicheren Hund, der kein Maß kennt und im Zweifelsfall im Konflikt wegrennt oder aber unangemessen den Weg nach vorne antritt.
Ein bisschen mehr Hundebrille und ein bisschen weniger emotionale Menschenbrille auf die Sicht des eigenen Hundes würde wirklich Einigen gut tun.
PS: Das ist kein Plädoyer für den Reinwurf eines Welpen oder Junghundes in eine volle eingezäunte Hundewiese. Angemessener Sozialkontakt sieht anders aus und soll hier nicht Thema sein.

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