Über das Hund sein dürfen

„Mein Hund darf noch Hund sein. Das ist ja heutzutage selten.“ Bei solchen Aussagen frag ich mich manchmal, was das genau bedeutet. 

Wenn es darum geht, dass mein Hund nicht willkürlich andere Tiere jagen darf oder zu jedem Hund hinrennen darf. Oder wenn wir einfach an Fremdhunden vorbeigehen oder ich von Rupa erwarte, dass sie sich draußen an mir orientiert und mich nicht wie wild an der Leine durch die Gegend zieht: ja, dann darf Rupa bei mir nicht einfach mal Hund sein.

Ich hab manchmal das Gefühl, dass solche Aussagen eher von Menschen getroffen werden, die eben kaum bis gar keine Zeit in die Erziehung und Beschäftigung ihrer Hunde stecken und es als richtig und hundgerecht ansehen, wenn Hunde überall buddeln und jagen dürfen, andere Hunde ungefragt beschnüffeln und alles andere auch selbst regeln dürfen. 

Hund sein dürfen hat Grenzen

Natürlich bringen unsere Hunde viele Verhaltensweisen mit, die sie so nicht (mehr) in der heutigen Zeit ausleben dürfen. Daher finde ich es umso wichtiger, an der Erziehung anzusetzen und dem Hund so viele Freiheiten fürs Hund sein zu geben, wie es eben innerhalb der gesetzten Grenzen möglich ist.

Darf Rupa Tieren hinterher hetzen? Nein, aber sie darf Fellhasen im Galopp suchen und bringen, schütteln.

Darf Rupa zu jedem Hund einfach so hin? Nein, aber sie darf gerne mit ihren Hundefreunden spazieren und toben und ebenfalls kontrolliert in Fremdhundbegegnungen, sofern es die anderen Teams möchten.

Und sie bekommt etwas, viele andere nicht bekommen. Sie darf sich als Hund darauf verlassen, dass ich schwierige Situationen für uns regle und Entscheidungen, die für sie Stress bedeuten, abnehme. 

Alles dürfen bedeutet eben noch lange nicht, dass es richtig ist. Weder für den Hund, noch für seine Umwelt. 


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