Ein Plädoyer für die Fremdsprache Hund

Wer kennt es nicht:

  • „Der tut nix, der will nur Hallo sagen“ -> der „nette“ Hund schleicht sich drohfixierend an den eigenen Hund.
  • „Schau mal, wie schön die spielen“-> 2 Hunde mobben gerade einen 3. Hund
  • „Der beschützt unser Kind immer so süß.“-> Hund „hütet“ Kind und schränkt es zunehmend in der Bewegung ein.

Ich gebe zu, manchmal fehlt mir das Verständnis, warum Menschen einfach so gar nicht lernen wollen, wie ihre Hunde kommunizieren. Man muss natürlich nicht direkt Verhaltensbiologie studieren oder eine Trainerausbildung machen. Aber ich glaube, dass so ein klein wenig mehr Wissen über das Tier, mit dem man da zusammenlebt, wirklich helfen würde, bestimmte Situationen besser einzuschätzen oder gar unschöne Vorfälle zu vermeiden. 

Ich meine es nicht belehrend, sondern finde schlichtweg, dass es bei vielen Hunden eben auch gefährlich sein kann, nicht genau auf Körpersignale zu achten. Es passieren nicht umsonst die meisten Beißvorfälle an Menschen innerhalb der eigenen Familie. Und dann heißt es wieder: Das kam „einfach so aus dem Nichts“.

Es ist unfair, wenn nur eine Seite sich Mühe gibt

Zudem finde ich es nicht fair: Hunde geben sich die größte Mühe, in unsere gesellschaftlichen Vorstellungen des Zusammenlebens zu passen, lesen jede Mimik und Stimmung in uns, nehmen sich und ihre Anlagen uns zuliebe zurück. Und im Gegenzug lassen wir sie in potentiell gefährliche Situationen rennen, verwehren ihnen Schutz, wenn sie darum betteln und brüllen ihnen Kommandos entgegen, die wir ihnen vorher nichtmal richtig beigebracht haben. 

Dabei ist es so spannend, Hunde zu beobachten, menschliche Sichtweisen dabei zurückzustecken und die Fremdsprache „Hund“ zu lernen. 

Mir selber hat es so unfassbar viel gebracht: im Zusammenleben mit Rupa, aber z. B. auch dabei, Hundebegegnungen realistisch einzuschätzen. Ich habe keine Angst, wenn fremde Hunde kommen. Entweder ich sehe, dass ich Rupa schützen muss, eventuell den Hund zurückschicken, den Besitzer auf seinen unhöflichen Hund aufmerksam machen muss, oder kann eben eine Begegnung zulassen, weil ich 1. meinen Hund kenne und 2. das Verhalten des Fremdhundes vorab einschätzen konnte.


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