Windhunde sind schwer zu erziehen? Nunja, wenn man nicht weiß, wie und einen Soldaten erwartet, der „Sir, ja Sir!“ schreit, dann mag das vielleicht stimmen.
Faktisch ist es so, dass Windhunde, ich kann hier vor allem für die europäischen Rassen sprechen, da ich sie einfach besser kenne, tolle Allrounder sind und nicht nur blöd irgendwas hinterherrennen können.
Selbstverständlich lieben sie es als geborene Jäger, Bewegungsreizen hinterherzugehen, sind erfolgreiche Meister der Hetzjagd und sollten auch dementsprechend in ihrem Bewegungsdrang ausgelastet werden. Ebenso kann ich zumindest für alle Windhunde, die ich persönlich kennenlernen durfte, sprechen und sagen, dass ein Rückruf verlorene Mühe ist, wenn der Hund bereits zum Hetzen von Wild angesetzt hat.
Eigenständigkeit ist Fluch und Segen
Das heißt aber noch lange nicht, dass sie nicht auch Ausdauersport, Dummyarbeit oder auch Unterordnungsübungen abgeneigt sind. Mir war schon immer wichtig, dass Rupa nicht nur stumpf ihrem Hetzwunsch nachgeht, sondern auch lernt, ihren Kopf und ihre Nase einzusetzen, Impulse auszuhalten und gemeinsam mit mir etwas zu erarbeiten. Dass so ein Whippetkopf, in dem noch Reste vom Terrier umherspuken, auch ziemlich eigenständig und etwas stur sein kann, ist natürlich nicht immer leicht zu steuern.
Für mich bedeutet dies aber nicht automatisch, dass so ein Hund dann zu blöd ist oder sich nicht erziehen lässt. Im Gegenteil, denn Eigenständigkeit erfordert ein hohes Maß an Intelligenz und wenn man den Sturkopf erstmal überzeugt hat, dann macht das gemeinsame Tun umso mehr Freude für beide.

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