Vertraust du deinem Hund?

Vertrauen bedeutet der Glaube daran, dass man sich auf jemanden (oder auf etwas) verlassen kann. Es ist ein hoffnungsvoller Vorschuss hinsichtlich bestimmter Erwartungen.

In Bezug auf den Alltag mit Hund muss dies aber meiner Ansicht nach und der Definition folgend nicht immer positiv konnotiert sein. Ich vertraue darauf, ich verlasse mich sogar darauf, dass mein Hund in Situation X ein bestimmtes Verhalten zeigt. Ob das jetzt ein sozial erwünschtes Verhalten ist, ist hier mal nebensächlich.

Ich wurde bereits 2x aktiv darauf hingewiesen meinem Hund „zu vertrauen“, wohl in der Annahme, dass ich es nicht tun würde und dass etwas bei uns nicht stimmen würde: Einmal passierte es im Zug, als jemand sich abfällig über den GPS Tracker an meinem Hund äußerte. Einmal wiederum auf der Hundewiese (warum war ich überhaupt dort?), als ich ein sehr energetisches Miteinander meines Hundes mit einem Fremdhund gestoppt habe. 

Kenne deinen Hund

Vertraue ich meinem Hund, dass er bei mir bleibt, wenn vor ihm ein Hase aufspringt? Vertraue ich meinem Hund, dass er auch nach langem Generve eines Fremdhundes gelassen bleibt? Sicher nicht! 

Aber ich vertraue darauf, ich bin sogar sicher, dass meine Hündin sich in jeweiligen Situationen so verhalten wird, wie sie es eben ihrer Natur und ihrem Gemüt sowie ihren gemachten Erfahrungen entspricht. Und das ist eben nicht immer nett gegenüber Wildtieren, Menschen oder Hunden. Ist das schlimm? Ganz sicher nicht. Ich muss nicht auf das Gute in meinem Hund vertrauen, es schadet meiner Beziehung zu ihr nicht, wenn ich sie so nehme wie sie ist und eben Maßnahmen ergreife, wenn ich darauf vertrauen kann, dass sie in bestimmten Situationen meine Hilfe benötigt – sei es in Form von Einschreiten, Rückrufen oder eben einen Maulkorb aufziehe. Ich meine hier natürlich nicht Dinge, die sich auf Erziehung beziehen: Ich kann zB meinen Hund nicht zu einem Nicht-Jäger erziehen, ich kann höchstens Impulskontrolle und Orientierung an mir stetig üben und Situationen vorausschauen.

Was ich sagen möchte ist: Kenne deinen Hund. Hunde sind keine Maschinen oder Engel und das ist gut so. Vertrauen hin oder her. Es sollte kein Parameter für eine gute Hund-Mensch-Beziehung sein.


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